Neue Studie: Wer sind die AfD-Anhänger?

AfD-Vize Alexander Gauland präsentiert seine Organisation als »Partei der kleinen Leute« Alexander Gauland von Metropolico.org unter CC BY-SA 2.0

In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Jahr Wahlen, und Sozialwissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin haben sich die Motive der Wähler angeschaut. Vor allem hatten sie dabei die Anhänger der »Alternative für Deutschland« (AfD) im Blick.

Die Partei aus dem rechten Spektrum zieht der Studie zufolge »derzeit vor allem Männer, BürgerInnen in den neuen Bundesländern, Personen mit geringer und mittlerer Bildung, ArbeiterInnen und Arbeitslose sowie junge Personen unter 30 Jahren an«.

»Die AfD bindet der Befragung zufolge immer mehr frühere NichtwählerInnen und WählerInnen rechtsextremer Parteien an sich sowie Personen, die sich auch tatsächlich als politisch rechts oder sehr rechts verorten. Aber auch aus dem Kreis ehemaliger FDP- oder Linken-WählerInnen gewinnt sie AnhängerInnen«, sagt Studienautorin Karolina Fetz. »Zudem scheint sie zunehmend für jüngere Menschen attraktiv zu sein.«

Wahrnehmung als »Partei des kleinen Mannes«

Die Strategie von AfD-Vize Alexander Gauland scheint aufzugehen. Die AfD präsentiert sich als »Partei des kleinen Mannes«. Und ihre Anziehungskraft stieg zwischen 2014 unter Arbeitern von zwei auf elf Prozent, unter Arbeitslosen sogar von einem auf 15 Prozent. Bei Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss erhöhte sich der Anteil der AfD-Parteibindung im gleichen Zeitraum von etwa zwei auf etwa fünf Prozent. In den »neuen Bundesländern« wird sie mit elf Prozent dreimal so hoch geschätzt wie in Westdeutschland.

Während man in der Anfangszeit keine Häufung von AfD-Anhängern in bestimmten Altersgruppen fand, so ist nun auch hier eine deutliche Veränderung festzustellen. Aktuell ist der Anteil der Menschen, die sich der AfD verbunden fühlen, unter den unter 30-Jährigen mit zehn Prozent besonders hoch. In dieser Gruppe ist auch der größte Zuwachs zu verzeichnen. In der Anfangsphase, als sie noch eine Professoren-Partei war, war der Zuspruch für die AfD unter den Jungen noch nicht so groß gewesen.

Besonders viele Anhänger hat die Partei unter den Menschen, welche mit der Demokratie in der Bundesrepublik unzufrieden sind. 26 Prozent von ihnen fühlen sich mit der AfD verbunden.

Offensichtlich kann die AfD mit rechtsextremen Positionen und populistischen Tönen Menschen aktivieren, die in den letzten Jahren nicht zu Wahl gegangen sind. Und sie findet weiterhin Gehör bei potentiellen Wählern anderer Parteien. 20 Prozent derer, die bei der Bundestagswahl 2013 zu Hause geblieben sind, sehen sich heute als AfD-Anhänger. Von den damaligen Wählern der Linkspartei wandern etwa neun Prozent zur AfD ab, und von den rechtsextremen Parteien wie der NPD sind es immerhin rund 32 Prozent. Von den »Volksparteien« wandern etwa zwei Prozent ab und die ohnehin unbedeutende FDP wird voraussichtlich weitere sechs Prozent verlieren.

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