Gute Gründe für die Hochschulfusion

Um die Zusammenlegung der beiden Hochschulen (BTU und Fachhochschule Lausitz) wird derzeit heftig gestritten. Während sich die rot-rote Landesregierung von Brandenburg, der Oberbürgermeister von Cottbus und örtliche Wirtschaftsvertreter für eine Fusion stark machen, sorgen die Pläne für  erheblichen Unmut in der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) und bei der Bürgerinitiative „Hochschulen erhalten“. Die Bürgerinitiative hat in den letzten Monaten etwa 42.000 Unterschriften gesammelt und dem Landtag übergeben. Doch bis auf ein lautes „Nein“ sind kaum sachliche Argumente von ihnen zu vernehmen.

Der Fusionsplan stammt nicht von der Wissenschaftsministerin Sabine Kunst (parteilos). Mit dem vorgelegten Gesetzesentwurf versucht die ehemalige Präsidentin der Universität Potsdam, Vorschläge zweier Expertenkommissionen umzusetzen. Die Lausitzkommission hatte beide Hochschulen evaluiert und Empfehlungen gegeben, wie diese zukunftsfähig bleiben. Diesem Bericht folgte die Hochschulstrukturkommission und empfahl die Zusammenfassung beider Hochschulen in einer Holding.

Es ist erstaunlich, dass sich die Bürgerinitiative bisher nicht zu den Berichten positioniert hat. Während sie die Leistungen in ein gutes Licht zu rücken versucht, stellt die Lausitzkommission erhebliche Mängel bei der BTU fest, wobei auch der demografische Wandel für Probleme sorgt. In den nächsten Jahren sei deshalb mit einem Auslastungsproblem in verschiedenen Bereichen zu rechnen. Zu den hauptsächlichen Mängeln wird gezählt, dass die BTU nicht die zu erwartende Forschungsstärke erreicht hat und Kooperationspotentiale nicht genutzt werden. Die Fakultäten innerhalb der Universität würden kaum zusammenarbeiten; von einer Zusammenarbeit mit der FHL ganz zu schweigen. Und eine stärkere Zusammenarbeit wird schon seit 2002 (seitdem der Wissenschaftsrat seine Empfehlungen abgegeben hat) vom Ministerium angemahnt.

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